Panoramabild der Mainzer Altstadt
Bürgerinitiative Ludwigsstraße
Wir haben viel zu verlieren. Vielfalt statt Shopping-Monster!

Was wollen wir?

Der Investor ECE möchte an der Ludwigsstraße eine gigantische „Shopping-Mall“ errichten. Wir stellen klar: Stadtplanung ist eine Aufgabe der Stadt und kann nicht an Investoren delegiert werden. Die Stadt darf sich auf keinen Fall von einem Investor erpressen lassen. Stadtplanung gehört in Bürgerhand!

  1. Investitionen in den Einzelhandel dürfen nicht allein unter Gesichtspunkten der Rendite-Maximierung betrachtet werden; vielmehr sind soziale, ökologische, volkswirtschaftliche, ästhetische, kulturelle und verkehrliche Aspekte als Grundlage der Planung zu berücksichtigen.
  2. Die Entstehung städtebaulicher Monokulturen lehnen wir ab: Wohnen, Arbeiten, Soziales, Kultur und Einkaufen sind räumlich zu mischen. Einen reinen Konsumtempel braucht Mainz nicht. Deshalb sind wir gegen eine „Shopping Mall” an der Ludwigsstraße und stattdessen für ein gemischtes Einzelhandels- und Wohnquartier. „Shopping Malls“ sind Fremdkörper innerhalb einer Stadt, die den Einzelhandel nicht stärken, sondern aussaugen. Sie sind Konzepte von gestern.
  3. Die Stadt muss einen Rahmenplan für das Zentrum erstellen, der insbesondere ein Bebauungs-, Wohnungs- und Verkehrskonzept für die Ludwigsstraße und angrenzende Quartiere enthält. Hierbei sind die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und umfassend zu beteiligen. Erst nach Erstellung dieses Rahmenplans ist der Bebauungsplan für die Ludwigsstraße aufzustellen.
  4. Der Warenhausstandort Ludwigsstraße ist zu erhalten. Eine mit einem Neubau etwaig verbundene Erweiterung der Verkaufsfläche muss maßvoll sein. Die vermietbaren Flächen für Handel, Gastronomie und sonstige Dienstleistungen müssen sich an den Ergebnissen dieses Rahmenplans orientieren.
  5. Der Blick vom Schillerplatz auf den Dom muss erhalten bleiben.
  6. Die Fuststraße und die Eppichmauergasse müssen ohne Einschränkungen öffentliche Straßen bleiben. Die bisherige Bebauung jenseits der Eppichmauergasse und der Bischofsplatz müssen unangetastet bleiben. Dies schließt eine Unterbauung dieses Platzes aus. Die Summe der öffentlichen Flächen im Baugebiet ist zu erhalten.
  7. Das Quartier ist in öffentliche Gassen und einzelne Baukörper zu gliedern, die den Charakter der Altstadt aufnehmen. Hierfür ist ein städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb durchzuführen.
  8. Die Verkehrsbelastung der Innenstadt darf nicht noch weiter steigen.
  9. Vielfältiger, tarifvertragsgebundener und inhabergeführter Einzelhandel ist zu erhalten und zu fördern. Reguläre Beschäftigungsverhältnisse dürfen nicht durch Niedriglohn-Jobs bedroht werden.

Diese Forderungen wurden von der BI-LU auf ihrer Versammlung am 4. Oktober 2011 verabschiedet. Sie schreiben die Grundpositionen fort, die die Bürgerinitiative auf ihrer Gründungversammlung am 8. August 2011 beschlossen hat.